Hermann Ueberholz Ein Lehrstück der Ästhetik
Bilder und Objekte von Ueberholz in Remscheider Technologie-Fabrik

(til). Der mittlerweile international anerkannte Künstler Hermann Ueberholz – mit Atelier in Barmen – zeigt ,,Bilder und Objekte“, so der Titel der Ausstellung, in der Technologie-Fabrik Remscheid.

Bilder und Objekte geben einen repräsentativen Querschnitt verschiedener Schaffensphasen der letzten 15 Jahre wieder. Für die früheren Werke von 1975-1982 gilt sicher der Satz von Ueberholz: ,,Seibstauferlegte Zwänge bestimmen mein Schaffen.“ Das Schneidende der ,,Konstruktiven Variationen“ läßt noch den Ingenieur den Künstler dirigieren. Doch spätestens seit den Weißen Wolkenbildern 1983/84 ist von diesem Zwang kaum noch etwas zu spüren.
Vor allem ,,Landschaft und Objekte“ von 1984/85 sowie die weißen plastischen Bilder verdienen Beachtung. Nicht nur, daß sie weiß, sondern auch weise sind, macht sie interessant; ihre Idee kombiniert ,,Landschaft und Objekte“ derart, daß chinesische Berge von der rationalen Gestalt abendländischer Kultur und Technik berührt werden. Kein Triumph, aber eine Lösung. Hermann Ueberholz schwergewichtige Acryl-Objekte zeigen, daß der Grandseigneur nicht nur ,,entmaterialisieren“, sondern auch sehr konkret werden kann. Prof. Bazon Brock von der Bergischen Universität sprach zur Ausstellungseröffnung zum Thema „Der Ingenieur als Protagonist der modernen Kunst – gegen das Märchen von den zwei Welten der Technik und der Kultur“. Alles in allem ,,ein Lehrstück der Ästhetik“, wie die Galeristin Cornelia Loose sagte. (Berghauser Str. 62, 02191-900105, bis 29.April)

Bild: Hermann Ueberholz (l.) und Prof. Bazon Brock.

Westdeutsche Zeitung / Generalanzeiger, 4. April 1992, S. 16.

 

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