Ole NydahlTIBETISCHER BUDDHISMUS IN WUPPERTAL
Ole Nydahl reist seit 25 Jahren um die Welt

Der dänische Lama (das heißt im Tibetischen Lehrer) Ole Nydahl kommt regelmäßig ins Buddhistische Zentrum nach Wuppertal, um mit seiner Gemeinde den Tibetischen Buddhismus zu zelebrieren. Das renovierte Haus in der Heinkelstraße 27, dessen Außenmauer das farbige Fresko eines tibetischen Lamas ziert, ist jedoch zu klein, um alle Gäste beherbergen zu können. Deshalb weicht man in öffentliche Räume wie die Stadthalle aus, wo die vierhundert Menschen Platz finden, die Ole Nydahl allabendlich hören wollen.
Was hat ein in Tibet geschulter Lama, der seit 25 Jahren um die Welt reist und buddhistische Zentren gründet, zu bieten? Es ist vor allem die Meditation, in der der Tibetische Buddhismus seine Anhänger systematisch schult. Durch Meditation wird der Geist beruhigt und au ein Ziel hin ausgerichtet, das sich meist in der Form eines Bildnisses von Buddha darstellt. Buddha wird nicht nur als Person betrachtet, der auch in der Persönlichkeit des Meisters und Lehrers verehrt wird, sondern als Geist schlechthin, durch den sich das menschliche Potential voll entwickelt und befreit hat.
Geistige Schulung im Tibetischen Buddhismus bedeutet auch, das Leiden in der Welt besser zu verstehen. Aus buddhistischer Sicht erwächst es aus der Unwissenheit des Menschen, der durch falsche Handlungen leidvolle Resultate schafft. Das Verhältnis von Ursache und Wirkung, im Buddhismus Karma genannt, ist darum für jeden Einzelnen besonders wichtig, weil er es letztlich selbst zu verantworten hat, wenn in seinem Leben etwas schiefgeht.
Die schwierige Situation in Tibet, dessen religiöse Traditionen seit der Annektierung durch China unterdrückt werden (DER WEG berichtete in seiner Ausgabe 35/95) ist auch für Ole Nydahl ein wichtiges Anliegen. Die Verletzung der Menschenrechte in Tibet sollte auch jeden Christen etwas angehen. Nydahl, ,,unser bester Mann im Westen“, wie ihn Freunde aus Tibet nennen, gründete allein in Deutschland fünfzig Zentren des Tibetischen Buddhismus. Er bereist auch Polen und Rußland, wo ein religiöses Vakuum entstanden ist, das sich für den Tibetischen Buddhismus als günstig erweist.
Thomas Illmaier

Bilder
1) Ole Nydahl lehrt Tibetischen Buddhismus
2) Buddha Chenrezig symbolisiert das allumfassende Erbarmen


DER WEG, 11/1996, S. 19.

 

 

 

Seite Drucken zur Übersicht | Startseite