Mit Arbeit das Exil erträglicher machen
Ausstellung in der Galerie Epikur/Cyt

Wie das Exil erträglicher zu machen ist, macht die Ausstellung „Susret – Begegnung“ in der Galerie Epikur deutlich, wo bosnische Frauen aus dem Exil ihre Wandteppiche zeigen. Sie wurden nach Entwürfen international bekannter Künstler geweht.
Weihnachten 1994 stellte die Galerie in Bochum die Werke aus und konnte so viele Arbeiten verkaufen, daß die bosnischen Frauen für mehrere Monate Arbeit hatten. Die Galerie Dröscher in Hamburg erzielte im Sommer dieses Jahres einen ähnlichen Erfolg. Diese solidarische Unterstützung hat der Initiative ,,Susret – Begegnung“ bei ihren Bemühungen um die inzwischen erfolgten Arbeitsbewilligungen und die rechtlichen Absicherungen des Beschäftigungsprojektes sehr geholfen.
Das Exil erträglicher zu machen, heißt in diesem Fall Menschen, die Unvorstellbares erlebt haben, Arbeit zu ermöglichen, Verantwortung und ein neues Selbstwertgefühl zu geben, ihnen die Erfahrung zu vermitteln, daß es Mitmenschen gibt, die sie nicht vergessen haben. Der Erlös aus dem Verkauf der Meisterteppiche geht direkt an die bosnischen Frauen. Er sichert ihnen den Fortbestand ihres Webereiprojektes.
Thomas Illmaier
,,Susret – Begegnung“. Meisterwebereien bosnischer Frauen aus dem Exil. Galerie Epikur/Cyt e. V., Friedrich-Engels-Allee 155, Wuppertal-Barmen, 8. Dezember 15 bis 20 Uhr, 9. Dezember 11 bis 1.5 Uhr, 10. Dezember 11 bis 18 Uhr; danach Besichtigung auf Anfrage: Telefon 88566 oder 887011.

DER WEG, 50/1995, S. 6.



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